Liefer-Lkw an der Laderampe eines Logistikzentrum

Einordnung – Das Heavy-Duty HMI als integriertes System

Die Entwicklung von Human-Machine-Interfaces (HMIs) für den Heavy-Duty-Einsatz – in Baumaschinen, landwirtschaftlichen Fahrzeugen, maritimen Anwendungen oder industriellen Steuerungen – hat sich in den letzten Jahren fundamental gewandelt. Früher stand die Auswahl einzelner Komponenten im Vordergrund: ein robustes Display, ein widerstandsfähiger Touchsensor, ein stabiles Gehäuse. Heute ist dieser Ansatz noch gültig, allerdings nicht mehr ausreichend.

Innenraum einer Baumaschine mit modernem HMI und Bedienelementen

Ein modernes Heavy-Duty HMI ist kein Baukasten aus Einzelteilen, sondern ein hochintegriertes System, bei dem das Zusammenspiel der Komponenten über die Gesamtperformance, Lesbarkeit und Lebensdauer entscheidet. Die Schnittstellen zwischen den Komponenten sind zu den kritischsten Elementen des Designs geworden.

Explosionsdarstellung eines VIA optronics Display-Stacks

Die traditionelle Methode, ein Display und einen Touchsensor hinter einem Deckglas beziehungsweise hinter Covergläsern zu montieren, hinterlässt einen Luftspalt (Air Gap) beziehungsweise einen Zwischenraum zwischen den einzelnen Bauelementen. Dieser Zwischenraum ist die Quelle der meisten Probleme, die im Feld auftreten: Er führt zu optischen Verlusten durch Reflexionen, ermöglicht das Eindringen von Feuchtigkeit bei Temperaturschwankungen und stellt eine mechanische Schwachstelle dar.

Optical Bonding – also das vollflächige Verkleben der einzelnen Komponenten miteinander mit einem hochtransparenten optischen Klebstoff – eliminiert diesen Luftspalt und transformiert das HMI-Stack von einer Ansammlung von Einzelteilen in eine solide, monolithische Einheit. Das Optical Bonding Verfahren macht aus einzelnen Komponenten ein solides verklebtes Gesamtsystem mit deutlich höherer Robustheit und Widerstandsfähigkeit.

Hinweis zu technischen Angaben in diesem Kapitel

Die in diesem Kapitel genannten technischen Werte, Prüfprofile und Leistungsangaben dienen der fachlichen Einordnung. Konkrete Ergebnisse hängen vom jeweiligen Displayaufbau, Materialsystem, Bondingprozess, Einsatzprofil und Qualifikationsumfang ab. Produktspezifische Werte werden projektbezogen anhand von Datenblättern, Messungen, Prüfberichten und Kundenspezifikationen validiert.